Parodontaltherapie

Das Ziel bei der Parodontitistherapie ist, die Bakterien bzw. den Zahnstein zu entfernen, um den Rückgang des Zahnhalteapparates zu stoppen. In einem ersten Schritt wird die Wurzeloberfläche mit allen ihren Einziehungen ohne direkte Sicht (geschlossenes Scaling) durch systematisches Vorgehen und viel Fingerspitzengefühl gereinigt. Meistens werden in dieser ersten Behandlungsphase sehr gute Resultate erzielt, die eine Stabilisierung des Gewebes bewirkt.
Bei fortgeschrittenen Erkrankungen des Zahnhalteapparates (Parodont) sind dieser Initialtherapie Grenzen gesetzt. Je tiefer die Zahnfleischtaschen sind, desto schwieriger wird die vollständige Plaque- und Zahnsteinentfernung. Zusätzlich können Wurzeleinziehungen, Furkationen (offene Tunnels zwischen den Wurzeln) und Rillen eine Gesundung des Parodontes erschweren.

Reevaluation (Neubeurteilung)

Ungefähr 3 Monate nach der nichtchirurgischen Ersttherapie wird eine Neubeurteilung (Reevaluation) vorgenommen. Dabei wird der Therapieerfolg beurteilt und bei bestehenden Entzündungen entschieden, ob zusätzlich chirurgische Massnahmen (chirurgische Parodontaltherapie) durchzuführen sind. Voraussetzung ist immer eine sehr gute Mundhygiene des Patienten und die Bereitschaft zu regelmässigen Kontrollen (Recall) bei der Dentalhygienikerin.

 
Parodontalchirurgie: Aufgaben / Ziele/ Vorgehen
  1. Wurzelreinigung unter Sicht (offenes Scaling):
    Die Wurzeloberfläche wird chirurgisch freigelegt und unter Sicht optimal von Plaque und Zahnstein befreit. Diese Massnahme erhöht die Entzündungsfreiheit besonders im Bereich von schwerzugänglichen Einziehungen und Furkationen.

  2. Beseitigung der Entzündung in den Taschen:
    Die Taschen, wichtige Schlupfwinkel der Bakterien, können durch verschiedene kleinere chirurgische Eingriffe reduziert oder beseitigt werden.

  3. Ausheilung der parodontalen Gewebe durch gesteuerte Geweberegeneration:
    Mit Hilfe von Knochenersatzmaterialien und Abdeckfolien (Membranen) kann heute bereits teilweise Knochen zurückgewonnen werden. Diese Behandlungen sind jedoch aufwendig und nur bei strategisch wichtigen Zähnen sinnvoll.

  4. Verbesserung der Weichgewebesituation unter künftigen Brückenversorgungen:
    Mit einem freien Schleimhauttransplantat kann das Angebot an zähen Gewebe wieder verbessert werden. Das Transplantat wird in der Regel aus dem Gaumen entnommen und auf das Empfängerbett aufgebracht (siehe Bild)