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Schmerzen,
die über eine längere Zeit andauern, haben
ihre Schutzfunktion verloren. Chronischer Schmerz
ist die Folge eines Lernprozesses: er gründet
auf dem Wechselspiel zwischen Person und Umgebung.
Chronische Schmerzen werden heute
dadurch erklärt, dass gewisse schmerzbezogene
Regelkreise im Gehirn auch ohne äusseren Reiz
weiter aktiv bleiben.
Wir sollten in vielen Fällen
den Versuch aufgeben, den Zusammenhang zwischen dem
ursprünglichen Schmerzauslöser und den Empfindungen
des Körpers direkt herstellen zu wollen. Wir
sollten uns eher die Frage stellen:
Welche Verhaltensweise löst die Empfindung des
Schmerzes aus?
Schmerz ist gekoppelt an Ereignisse
in der unmittelbaren Vergangenheit. Schmerzempfindungen
werden beeinflusst durch die Geschichte, die Erfahrungen
einer Person, durch die Kultur, etc.
Schmerzempfindungen sind niemals neutral: Sie erscheinen
immer in einem gemeinsamen Paket mit Unwohlsein, Angst,
Vorsicht, Niedergeschlagenheit, genereller Missstimmung
bis hin zur Depression ...
Ein interdisziplinäres
Vorgehen auf allen Ebenen der Schmerzwahrnehmung kann
in solchen Fällen der Schlüssel zum Erfolg
sein: die enge Zusammenarbeit von Ärzten/Zahnärzten,
Physiotherapeuten und Psychologen ist sinnvoller und
erfolgversprechender als eine isolierte Behandlung.
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